Die goldenen Zeiten im Wintersport sind vorüber

Das Finale des Weltcups steht vor der Tür. Ich finde, da ist es angebracht, einen Wintersport-Check zu machen. Dieser fällt jedoch alles andere als gut aus. Betrachten wir die Ergebnisse des letzten Winters, dann ist klar, dass die goldenen Zeiten vorerst vorüber sind. War Deutschland lange Zeit in der Nordischen Kombination, im Biathlon und im Eisschnelllauf eine Macht, so erlebten die Athleten und ihre Fans dieses Jahr jede Menge Enttäuschungen.

Doch noch ist nicht alle Hoffnung verloren. Ich denke, dass es auch Grund zur Hoffnung gibt. Denn die deutschen Sportler sind immer noch in einigen Disziplinen an der Weltspitze zu finden. Das betrifft beispielsweise den alpinen Skilauf und das Rodeln. Wenig Anlass zur Freude bot zunächst das Biathlon.

Ernüchterung bei der WM

Die Weltmeisterschaft fand diesmal in Slowenien statt. Statt des erwarteten Medaillenregens konnten sich die Skijäger diesmal lediglich über zwei Silbermedaillen freuen. So wenig Edelmetall hatte es seit der Wiedervereinigung nur ein einziges Mal gegeben. Hier zeigte sich, dass der Nachwuchs in der Mannschaft fehlt. Die Leistungen schwankten das ganze Jahr über stark, Routinier Arnd Peiffer war noch am besten. Bei den Frauen gab Denise Herrmann ihre Hoffnungen auf einen Sieg im Gesamtweltcup schnell auf. Zuletzt reichte es immerhin zu einem Sieg der Männerstaffel. Im Langlauf könnten die deutschen Teilnehmer weiterhin nicht um die Medaillenränge mitkämpfen. Bei der Weltmeisterschaft blieb das Team hinter den Erwartungen zurück. Anders als erhofft, ist derzeit noch kein Athlet so weit, um den besten Gegnern Konkurrenz machen zu können. Jetzt setzen wir auf die Olympischen Spiele. Ob die Zeit reicht, um konkurrenzfähig zu werden ist jedoch weiter offen.

Licht am Horizont

In der Nordischen Kombination läuft es zwar etwas besser, doch der norwegische Dauergewinner Jarl Magnus Riiber überragt im Moment alles. Während die Mannschaft früher reihenweise Goldmedaillen gewann, müssen wir uns heute mit der zweiten Reihe zufriedengeben. Das sieht auch der Trainer Hermann Weinbuch so. Er gab an, dass wir aktuell unsere Ansprüche zurückschrauben müssen.

Etwas besser läuft es auch im alpinen Skilauf. Dort konnten die deutschen Athleten unter Beweis stellen, dass sie weiter für Überraschungen gut sind. Der offizielle Ausrüster Rossignol hat offenbar die richtigen Skier geliefert. Diese kennen wir schließlich als ideal für harte und eisige Bedingungen. Zur absoluten Weltspitze fehlt zwar nach wie vor ein gutes Stück, doch die drei Silbermedaillen bei der Weltmeisterschaft geben Anlass zur Hoffnung auf eine weitere Leistungssteigerung.

Diese konnten wir in der abgelaufenen Saison vor allem beim Rodeln und beim Bobfahren beobachten. Die Leistungen der deutschen Sportler waren mehr als nur erfreulich. Beim Rodeln dominierten die Deutschen beinahe nach Belieben. Wie die Süddeutsche berichtete, gewann Felix Loch acht von neun Rennen. Natalie Geisenberger und Dajana Eitberger kehrten erfolgreich aus der Pause zurück. Mit vier Titeln bei der Weltmeisterschaft und den beiden Weltcup-Gesamtsiegen können wir mehr als nur zufrieden sein. Ähnlich dominierten auch die Bobfahrer. Francesco Friedrich ist weiter nicht zu stoppen. Bei den Damen zeigten gleich vier Sportlerinnen, dass sie gewillt und fähig sind, Kaillie Humphries den Kampf anzusagen.

Ein versöhnlicher Ausklang

Der große Abschluss der Wintersaison fand mit dem Weltcupfinale am 13. und 14. März in Engadin in der Schweiz statt. Dort traf sich die Langlaufelite zu den Massenstart-Rennen und in der klassischen Technik über 10 Kilometer bei den Damen und über 15 Kilometer bei den Herren. Katharina Hennig wurden dabei durchaus Chancen eingeräumt. Sie erhielt auf Betway eine Sportwetten Quote von 51,0 (Stand 10.3.) und lag damit auf Platz sieben der Favoritenliste. Immerhin war sie erst im Januar dieses Jahres beim Massenstart-Rennen in Val di Fiemme auf Platz zwei gelaufen. Das war ihre bis dato beste Leistung im Weltcup.

Dementsprechend motiviert ging die Deutsche zum Saisonabschluss ins Rennen. Dort reichte es für Platz sechs im Rennen über 10 Kilometer. Doch insgesamt bot das deutsche Damen-Team eine sehr gute Mannschaftsleistung. Drei von ihnen schafften es unter die besten zehn. Im Verfolger-Rennen über 30 Kilometer landete Hennig als zweitbeste Deutsche auf Platz 13. Laura Gimmler und Pia Fink konnten am letzten Weltcup-Wochenende der Saison mit den bisher besten Ergebnissen ihrer Karriere glänzen. Damit fand die Saison bei den Langläufern einen versöhnlichen Ausklang.

Für die Sportler heißt es nun, sich ihrer Regeneration zu widmen. Frühling und Sommer eignen sich schließlich ideal für die Vorbereitung. Zahlreiche Athleten lieben das Mountainbiken. Deutschland und Österreich bieten dazu zahlreiche attraktive Bikeparks, wo nicht nur Amateure gern ihre Kondition aufpeppen. Jener in Saalbach-Hinterglemm ist ein perfektes Beispiel dafür. Anspruchsvolle Trails inmitten der Natur machen das Training deutlich einfacher. Schnee findet sich auf den Gletschern. Im Kaunertal geht es mit einer neuen Gondel auf bis 3.113 Meter. Dort oben kann man viele Sportarten ausüben. Wenn die Vorbereitung gut läuft, dann erleben wir hoffentlich im nächsten Jahr eine bessere Saison unserer Wintersportler.