Sarah Hoefflin, Inspiration auf Skiern

Ein Neuling unter den olympischen Wintersportarten rückt immer mehr ins Rampenlicht. Erst zum zweiten Mal in der Geschichte sind in Pyeongchang Wettbewerbe im Ski-Slopestyle ausgetragen worden. Ein bislang nur Fans des Extremsports bekannter Name ist dabei in den Vordergrund gerückt. Die 27 Jahre alte gebürtige Schweizerin Sarah Hoefflin holte Gold vor ihrer erst 18 Jahre alten Landsmännin Mathilde Gremaud.

Slopestyle ist eine Art Hindernisparcours, der in einem zusammenhängenden Lauf auf Skiern oder einem Snowboard zurückgelegt wird. Der Parcours besteht aus Schanzen und Geländern und wird auf Skiern mit Twintips gefahren – Bretter, die an den Enden aufgebogen sind.

Entstanden ist die zum Freestyle gehörende Disziplin aus den diversen Wettbewerbselementen im Freiski. Das sind das Springen auf Sprungschanzen mit Salti, Grätschen und Drehungen,  zwei Sprünge auf der Buckelpiste (Salti sind ebenfalls erlaubt), Half-Pipe und die als eigener Wettbewerb geltende große Schanze mit dem Namen Big Air.

Sarah Hoefflin, die als neuer Star aus Südkorea zurückkehrte, ist noch relativ neu in dem riskanten Sport. Die Schweizerin, die als zwölfjährige mit ihrer Mutter nach England gezogen ist, war zwar schon in ihrer Jugend am Wochenende und in den Ferien auf den Brettern zu finden, aber Freestyle entdeckte sie erst in ihrem ersten Jahr an der Universität von Manchester für sich. Die ersten Wettbewerbe absolvierte sie in der Saison 2013/2014. Den Wechsel ins Profilager führt sie auch darauf zurück, dass sie nach ihrem Studium der Neurowissenschaften nicht fürs Medizinstudium zugelassen wurde. Ihr Weltcup-Debüt hatte sie 2016 im italienischen Mailand.

Wie riskant der Sport ist – Slopestyle hat die höchste Verletzungsgefahr unter den Skisportarten – mussten Sarah Hoefflin und Mathilde Gremaud schon kurz nach den olympischen Spielen am eigenen Leibe erfahren. Beim Weltcup in Silvaplana Anfang März musste Gremaud schon im Vorfeld wegen einer Knochenprellung auf den Start verzichten. Sarah Hoefflin, die noch mit einer aus Pyongchang stammenden Felsenverletzung zu kämpfen hatte, stürzte in einem Trainingslauf und erlitt eine Gehirnerschütterung.

Aufhalten können diese Berufsrisiken die beiden Athletinnen allerdings nicht, und die olympischen Winterspiele und Weltcups machen auch anderen Leuten immer wieder Lust auf mehr Spaß im Schnee und auf dem Eis. Das gilt für Freizeitsportler genauso wie für Gamer, die immer mehr Spiele rund um den Wintersport finden. Das reicht vom Skispringen und Biathlon für Konsolen und als Browserspiele bis zu Slot-Maschinen.

Adrenalin wird auch dabei kräftig ausgeschüttet, aber im Unterschied zur echten Piste sind Stürze und Niederlagen dort nur psychologisch schmerzhaft.

Sarah Hoefflin, die sich im Sommer auch mit dem Erklimmen von Bergen fit hält, jedenfalls bereitet sich bereits wieder auf die neue Weltcup-Saison ab September vor. Das olympische Gold ist erst der Anfang für sie selbst und auch für ihre junge Sportart, der sicherlich noch Großes auf den internationalen Pisten in aller Welt bevorsteht.