Sponsoren im Radsport – Das Rückgrat der Szene

 

Viel wurde schon in den vergangenen Jahren über die Rolle der Sponsoren im Radsport diskutiert und berichtet. Sicher scheint vor allem ihre große Bedeutung im Rahmen der Finanzierung zu sein. Denn ohne die Gelder großer Firmen stünden viele Profis und ihre gesamten Teams vor dem Aus. Wir werfen einen Blick auf die wichtigsten Vertreter ihrer Zunft.

Die Namensgeber


In eine erste wichtige Kategorie des Sponsorings fallen natürlich die Namensgeber. Als erstes assoziieren in diesen Tagen viele Personen das Team-Sky mit den Grundlagen des Sponsorings. Tatsächlich scheint der Fernsehsender damit in eine wichtige Lücke gestoßen zu sein. Zwar nimmt der Radsport im Programm bis zu diesem Zeitpunkt nur eine Nebenrolle ein, doch schon jetzt konnte sich das erfolgreiche Radteam einen guten Namen machen. Entsprechend hoch sind die Summen, die Jahr für Jahr im Rahmen des Sponsorings von Sky in die Hand genommen werden.

Bekannt ist ebenfalls das Team Lotto NL-Jumbo. Dieses steht geradezu sinnbildlich für den verstärkten Einsatz von Buchmachern und der Branche des Glücksspiels im Radsport. Auch in anderen Sportarten nehmen diese Unternehmen längst eine wichtige Rolle im Bereich des Sponsorings ein. Zudem halten sich Spekulationen darüber, ob weitere Größen der Branche den Einstieg in das Geschäft wagen könnten. Infrage kommt dafür zum Beispiel das umsatzstarke Bwin Schweiz, das sich schon bald von einem Team umgeben könnte. Das mittlerweile zur GVC Holdings gehörende Bwin Casino wurde bereits 1997 in Österreich gegründet und war einer der Vorreiter im Online-Sportwetten-Bereich. Parallel zu den Sportwetten wurden ziemlich schnell auch das Online-Gambling mit diversen Casino-Games ins Portfolio aufgenommen und der Pokerbereich von Party Poker übernommen.

Trikot- und Bandenwerbung


Doch nicht allein in den Namen der Teams lassen sich die Spuren großer Unternehmen erkennen. Auf der anderen Seite spielen nach wie vor die Banden und Trikots eine große Rolle. Zuletzt wurden von den Verantwortlichen große Umfragen durchgeführt, die sich auf die Wahrnehmung der Radsport-Fans richteten. Dabei offenbarte sich, dass rund 80 Prozent der Zuschauer den Radsport mit der Marke Skoda in Verbindung bringen. Etwas geringer war derweil die Bekanntheit von Garmin und Shimano. Die beiden Marken, die in der Welt der Radfahrer ohnehin von essentieller Bedeutung sind, landeten auf den Plätzen zwei und drei. Etwas geringer fiel hier auch die Kenntnis von den speziellen Produkten aus, welche die beiden Firmen für ihre Kunden zu bieten haben.

Wie schon in anderen Sportarten nehmen jedoch selbst Luxusgüter beim Sponsoring inzwischen eine wichtige Rolle ein. So erkannten immerhin 60 Prozent der Befragten spontan den Zusammenhang zwischen dem Uhrenhersteller Festina und seinem Sponsoring im Radsport. Zu nennen ist weiterhin der Stromanbieter Vattenfall, der sich in den vergangenen Jahren in den Vordergrund rückte. Auch hier sind entsprechend viele werbliche Anmerkungen bei einer Veranstaltung zu vernehmen. Bereits der kurze Blick offenbart demnach die große Vielfalt, die dem Sport in den kommenden Jahren zu einem ganz anderen finanziellen Grundgerüst verhelfen könnte, als dies bislang der Fall war.

Der steigende Wert


Die tatsächlichen Summen, die von großen Konzernen im Rahmen des Sponsorings im Radsport gezahlt werden, sind von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Ganz entscheidend dafür bleibt jedoch die mediale Aufmerksamkeit des Sports. Denn je mehr Menschen den Radsport aktiv verfolgen und je besser diese Zielgruppe beim Wettbewerb definiert werden kann, desto attraktiver werden die Werbeflächen für die großen Unternehmen. In der Folge sind sie eher dazu bereit, viel Geld in die Hand zu nehmen, um sich ihren eigenen Platz zu sichern.

In den vergangenen Jahren ist es dem Radsport gelungen, ein wahres Revival an den Tag zu legen. Die Krisen der 2000er-Jahre konnten abgestoßen werden, um das eigene Image auf diese Weise zu verbessern. Viele Experten gehen davon aus, dass damit auch in den kommenden Jahren eine Steigerung der Sponsorengelder in Verbindung stehen wird. Ein solcher Fortschritt hatte in der Vergangenheit schon mehrmals einen positiven Einfluss auf den Sport und wird aus diesem Grund auch aktuell als eine große Chance betrachtet.

Entscheidende Einflüsse

Natürlich sind Sponsoren für jeden Radsportler von entscheidender Bedeutung. Gerade aufgrund der Tatsache, dass die mediale Aufmerksamkeit geringer ausfällt, als dies zum Beispiel beim Fußball der Fall ist, fehlt es häufig an der passenden materiellen Grundlage. Durch die Förderung der Profistrukturen und die Stärkung der einzelnen Akteure und ihrer wirtschaftlichen Situation, könnte die Qualität des Radsports in den kommenden Jahren auf ein neues Niveau gehoben werden. Damit steht die Chance in Verbindung, einen positiven Kreislauf in Gang zu setzen, der dazu in der Lage wäre, die komplette Szene zu stärken.