Das Cube Two15 SL 29 Zoll DH-Bike bei uns im Test

Der Gerät(!!!)…ist das allererste was mir in den Sinn kommt, als ich den Cube Downhiller in die Hände bekomme. Der schöne Stealth-Rahmen in Schwarz, zusammen mit der auffälligen Fox 49 Factory machen schon was her! “Wenn das Ding so abgeht wie es aussieht, dann können sich andere Bikes warm anziehen”, denke ich mir.

Das Cube Two15 SL mit der Fox 49 macht schon was her

200mm an Front und Heck zusammen mit 29 Zoll Laufrädern sollten alles niederwalzen, was einem so in den Weg kommt. Noch dazu verspricht die Geometrie ein quirliges Parkbike. Der Test wird´s zeigen.

Grundsätzlich finde ich hat Cube alles richtig gemacht. Das Bike gibt´s in den Größen S und M in 27,5 Zoll (dann hat es übrigens 215mm Federweg am Heck, dem Namen entsprechend) und ab Größe L in 29 Zoll, macht absolut Sinn und zeigt, dass man nicht ohne Hirn auf den Monstertruck-Wheels-Zug aufgesprungen ist. Desweiteren finde ich es auch vernünftig, dass das Two15 einen Aluminimumrahmen bekommen hat. Meiner Meinung nach völlig ausreichend, wenn man nicht gerade Vollblut-Racer sein will und auf jedes Gramm Gewicht oder jedes Prozent Steifigkeit schauen will. Man muss sich dann eben nicht bei jedem Steinkontakt um den Carbon-Rahmen sorgen. Robust ist hier das Motto. Das schlägt sich dann auch im Preis nieder – 3799 Euro ist für dieses top ausgestattete Bike eine echte Ansage. Bei anderen Marken, z.B. aus Kalifornien gibts´dafür gerade mal den Rahmen.

Das Cube Two15 in 29 Zoll, ein top ausgestattetes Downhillbike

Ausstattung

  • Rahmen HPA Ultralight, Advanced Hydroform, Triple Butted, ETC 4-Link, ISCG Mount, 215mm travel (29″: 200mm)
  • Größe S / 27.5, M / 27.5, L / 29, XL / 29
  • Gabel Fox 40/49 Float Factory GRIP2, 20x110mm, 203mm, Kashima Coated
  • Steuersatz Cane Creek 40.ZS49 / 40.EC49\30
  • Vorbau Race Face Chester 35 Direct Mount
  • Lenker Race Face Atlas 35 800mm 35mm
  • Griffe SDG Slater
  • Schaltwerk Sram GX DH, 7-Speed
  • Schalthebel Sram GX Trigger
  • Bremsanlage Magura MT7, Hydr. Disc Brake (203/180)
  • Kurbelgarnitur Race Face Atlas 36T, 165mm
  • Kette Sram PC-1110
  • Farbe black´n´orange
  • Dämpfer Fox Float X2 Factory, 240x76mm, High/Low Speed Rebound & Compression, Kashima Coated
  • Kassette Sram PG-720, 11-25T
  • Laufradsatz DT CSW DH 3.7 / 3.9, 20mm / 157x12mm, Tubeless Ready
  • Hinterreifen Schwalbe Magic Mary, Addix Soft, Kevlar, Super Gravity, Tubeless Easy, 2.35
  • Sattel SDG FLY MTN 2
  • Sattelstütze CUBE Performance Post, 31.6mm
  • Sattelklemme CUBE Screwlock, 34.9mm
  • Extras Syntace 157mm X12 Axle
  • Vorderreifen Schwalbe Magic Mary, Addix Ultrasoft, Kevlar, Super Gravity, Tubeless Easy, 2.35
  • Dämpfer Hardware Top: 30x8mm, Bottom: 22x8mm
  • Kettenführung MRP G3 Chain Guide, 34-38T, ISCG05
  • 16,4 kg

Die Fahrwerkskomponenten machen ihren Job wirklich gut

Auf dem Trail

Die Grundeinstellungen sind für Dämpfer und Gabel schnell gefunden, hier hilft natürlich das Internet ungemein. Wer es allerdings ernst meint und das Beste aus den Fox Parts herausholen will, der muss natürlich ein bisschen Zeit investieren. Bei meinem Gewicht fahre ich 6 Token in der Gabel und die Low-und Highspeed Zugstufe mit nur einem Click von komplett geschlossen. Hier ergeben sich aber natürlich Unterschiede für leichtere Fahrer. Am Dämpfer habe ich tatsächlich nichts grundsätzliches verändert, der funktionierte ab Werk wunderbar.

Jedenfalls bin ich mir sicher, dass jeder mit dem X2 Dämpfer und mit der Fortynine sein perfektes Setup finden wird. Hier gibts wirklich nix zu meckern. Auf den ersten Metern mit dem Bike gehts gleich mal richtig zur Sache, denn ich habe das Bike mit auf unseren Wales-Roadtrip mitgenommen. Der Bikepark Wales hat für Dhler einiges zu bieten und mit dem Two15 macht es gleich auf Anhieb Spaß. Man fühlt sich gleich wohl und kann mit dem tollen Fahrwerk über alles drüber bügeln was einem in den Weg kommt. Was allerdings auch auffällt, dass die Front recht hoch ausfällt (656er Stack bei Größe L), was aber an sich nicht negativ ist, vor allem wenn es steil bergab geht. Apropos steil…wenn´s richtig steil wird rasiert einem öfter mal das Hinterrad den Hintern. Das ist aber wohl den 29ern geschuldet, hatte ich bei meinem Evil auch schon.

Mit 29 Zoll und satten 200mm Federweg vorne und hinten kann kommen was will, das Cube Two15 SL walzt alles weg

Auch wenn ich kein Fan der Magura MT7 bin, gibt sie einem auf dem Cube DH Bike viel Sicherheit und man hat jederzeit genügend Reserven zur Verfügung. Was übrigens natürlich auch fürs Fahrwerk gilt. Vor ein paar Jahren war ich noch absoluter 29er-Hasser, muss aber inzwischen sagen, dass ich nichts anderes mehr fahren will. Genial wie das SL über Wurzeln bügelt, steile Steinstufen nimmt, ohne dass man Angst hat nach vorne abzusteigen und überhaupt ein Gefühl vermittelt als würde man mit einem Leopard 2 Panzer durch eine Schrebergarten-Siedlung bügeln. Ein absoluter Traum und natürlich sauschnell wenn man´s drauf anlegt. Mit 27,5 galoppiert man nicht so bedenkenlos über Wurzelfelder oder Geröllhalden. Selbst wenn man nicht schneller ist, ist man doch entspannter.

Ein Manko wird den großen Rädern immer nachgesagt – oft auch zurecht: Die Dinger gehen natürlich nicht so agil um´s Eck wie 27,5 oder gar 26. Klar, 29 Zoll brauchen mehr Platz und sind behäbiger. Da hat aber Cube versucht entgegenzuwirken. Mit einem 435er Reach geht das Ding trotz der Monsterwalzen auch in engen Kurven richtig gut. Aber genau dieser Entwicklungsschritt birgt das Hauptproblem in sich. Das Two15 ist unglaublich kurz. Mit meinen 190cm Körpergröße und 89er Schrittlänge bin ich bisher nur L-Rahmen gefahren und war damit immer richtig. Nicht so beim Cube. Hier bräuchte ich das XL. Denn wenn man steile Stufen fährt, mal nicht so sauber landet oder viel Airtime hat, dann merkt man, dass man tendenziell zu frontlastig unterweg ist oder das Bike einfach nicht so kontrollieren kann. Das wirkt sich natürlich auch auf die Laufruhe aus, wenn man voll Stoff in ein Wurzelfeld ballert ist man schon arg am Arbeiten.

Wer also mit dem Gedanken spielt, sich das Bike zuzulegen, der sollte zu einer Größe größer greifen, wenn man am oberen Ende der Skala ist.

Leider kommt man sehr schlecht an die Befüllung des Dämpfers – hier könnte man ein paar Millimeter mehr Platz lassen

Trotzdem kann ich das Bike nur jedem empfehlen. Eine mega Austattung für 3799 Euro. Super funktionell und mit Verstand aufgebaut. Ich persönlich bin Fan des Alu-Rahmens, Alu-Lenkers und so weiter. Man muss sich als Hobby-Fahrer damit einfach weniger Gedanken machen als mit einem kompletten Carbon Bike: Beim Anlehnen mal umgefallen? Am Radträger das Oberrohr etwas zu fest geklemmt? Beim Sturz das Bike weitergeflogen und irgendwo aufgeschlagen? Egal!!! Es gibt vielleicht ne Delle oder einen Kratzer, aber man muss nicht gleich beim Hersteller nach nem Crash-Replacemenet fragen. Für Leute die nicht voll aufs Racen stehen und trotz 29 Zoll noch ein sehr wendiges Bike wollen, ist das Ding super! Die top Austattung für einen sehr guten Preis tut dann ihr übriges zur Entscheidungsfindung.

 

P.S.: Wir haben zwei Punkte beim Hersteller nachgefragt und folgende Antworten bekommen:

Freeride-blog.de: Nach meinem Gefühl fällt das Bike besonders im Reach recht klein aus. Sollte das Bike so kurz werden?

Cube: Deine Anmerkung zum Reach kann ich nachvollziehen. Dazu muss man anmerken, dass wir das Two15 in 29″ eigentlich nur als Folgeentwicklung des 27.5″ gemacht haben, nachdem unser Team auf 29″ Prototypen sehr erfolgreich war.
Somit ist durch die zusätzlichen Modelle der Größenschlüssel in Prinzip noch von den 27,5ern. Das als XL deklarierte Rad mit 455mm Reach müsste eigentlich ein L sein, wenn man sich an Mitbewerbern orientiert.
Race-orientierte Kunden sollten das Rad nach Reach auswählen und sich nicht von der XL Bezeichnung stören lassen. Die Sitzrohrlänge ist sowieso identisch.

Freeride-blog.de: Leider kommt man sehr schlecht ans Ventil des Dämpfers. Gibt´s hier ne Lösungsmöglichkeit?

Cube: Wenn man öfter mit dem Dämpferdruck spielen will, kann man die Luftkammer 180° drehen und hat das Ventil dann vorne. Hinten ist es aber etwas geschützter weswegen wir es dahin verlegt haben.