Giant Reign 1,5 Ltd. – Modell 2016: Ein Kurztest

 

Dieses Wochenende hatte ich die Möglichkeit das hochgelobte Giant Reign zu testen. Also ab auf den Bock und die erste Frühlingssonne genießen. Viel gutes hat man über dieses Bike gehört – unglaubliche Abfahrtsperformance, genialer Hinterbau und so weiter. Habt ihr sicher auch schon gehört. Da war ich natürlich gespannt. Nun ist die Frage ob ich mit zu hohen Erwartungen an die Sache ran gegangen bin oder woran es sonst liegen könnte, dass mein Fazit nach diesem WE heißt: Naja. Bitte versteht mich nicht falsch, es handelt sich hier um ein top Enduro mit einer guten Ausstattung für die zu bezahlenden 3200 Euro, aber meine Erwartungen konnte es nicht ganz erfüllen.

Quelle: http://www.giant-bicycles.com

Ganz kurz zum Bike:

Gut ausgestattet, Rock Shox Monarch RC3 Debon Air, Pike Solo Air, Shimano XT 1×11, Reverb, schöner breiter 800er Lenker, aber z.b. auch hauseigene Giant Laufräder, bei denen die Qualität nicht so recht zu beurteilen ist. Wer hier top Teile haben will muss noch etwas mehr ausgeben. Grundsätzlich ist die Ausstattung für den Preis aber echt in Ordnung.

Was mir auf den nachwinterlichen Trails als aller erstes aufgefallen ist: Die Reifen! Montiert sind am Reign die Schwalbe Hans Dampf, die auf den bereits staubtrockenen Trailstücken wirklich viel Grip generieren, aber bei feuchten Ecken einen sehr kleinen Grenzbereich besitzen und schnell die Spur verlieren. Ich finde der Reifen passt zu so einem potenten Enduro ganz und gar nicht. Ansonsten lässt sich das Bike bergauf sehr gut pedalieren, gehört aber hier nicht zum non plus ultra. Ein Propain Tyee geht hier weit besser bergauf. Auf Wurzelteppichen oder bergab lässt sich dann aber erahnen für was das Bike wohl konzipiert worden ist. Wurzeln schluckt es sehr sauber weg ohne dass der Speed in der Federung verschwindet und bergab lässt es das Hinterrad auf dem Boden kleben, dass man selten am Limit unterwegs ist, zumindest vom Fahrwerk her…bei den Reifen gilt das nicht… Der Dämpfer fordert aber dank des Maestro Hinterbaus einen vergleichsweise hohen Druck. Bei schweren Fahrern ist man hier am Dämpferlimit unterwegs. Die Pike ist gewohnt solide unterwegs und lässt nichts anbrennen. Die XT 1×11 Schaltung ist für die deutschen Trails ausreichend, man ist sportlich unterwegs, auch wenn sie mir manchmal etwas hakelig vorkam. Ob man aber in den Alpen auch mal 2000HM hochtreten will, stell ich mal in den Raum, hier fehlt einfach doch noch ein leichterer Gang. Toll ist dagagen die XT Scheibenbremse mit den Ice Tec Scheiben. Verzögert kräftig und lässt sich schön dosieren.

Alles in Allem kann ich sagen dass es sich um ein tolles Enduro handelt, dass vor allem bergab in seinem Element ist, meine Erwartungen an den genialen Hinterbau aber nicht ganz erfüllen konnte. Mein Rose Uncle Jimbo fährt bergab genauso gut und bergauf noch etwas besser, ist bei dem gleichen Preis dann auch noch besser ausgetattet…

Wie sind Eure Erfahrungen mit dem Reign? Würde mich interessieren!