Das Skigebiet Åre in Schweden bei uns im Test

Åre ist wohl das bekannteste Skigebiet Skandinaviens, was sicherlich nicht nur an dem dort ausgetragenen Ski Weltcup liegt. Auch die Anzahl der Lifte und Pisten sowie der Höhenunterschied von fast 1000 m sucht dort oben seines gleichen. Nun, so grau wie alle Theorie ist auch das Wetter dort während der harten Wintermonate. Wenig Tageslicht, eisiger Wind und schlechtes Wetter sind der Normalzustand. Bei diesen Bedienungen ist dann auch die obere Hälfte des Skigebietes geschlossen und man muss sich mit dem Rest zufrieden geben. Dazu kommt, dass der östliche Teil des Skigebietes (Åre Björnen) geprägt ist durch flache Pisten und langsame Schlepplifte. Das schränkt ganz ordentlich ein.

Kann man freeriden?

Nach meinem Besuch Ende Januar 2020 kann ich nur sagen, keine Ahnung. Trotz des einen Tages überdurchschnittlichen Wetters zeichnete sich dieser Winter allgemein mit unglaublicher Schneearmut aus. An ein Skifahren abseits (nicht nur direkt daneben) der Pisten war nicht zu denken. Allerdings, so ganz uneinladend (ausreichend Schnee und Sonne vorausgesetzt) sieht der obere Teil gar nicht aus….

Kann man pisteln?

Die Schneekanonen und Pistencrews leisten ganze Arbeit und alles ist sehr gut präpariert. Richtig Spaß macht es im Bereich der drei Sessellift und im oberen Bereich, soweit dieser zugänglich ist. Die Pisten dennoch nicht sehr anspruchsvoll. Zusätzlich war die schwarze Welcup Piste gesperrt, obwohl es noch 2 Monate vor dem Termin war. Hinzu kommt, was Wind und Wetter mit dem Schnee anstellen und es hat eine gewisse Ähnlichkeit mit den Skigebieten an der Ostküste der USA. Die Pisten sehr hart, teils gefroren und aufgrund der Konzentration auf wenige anspruchsvollere Pisten, nachmittags auch kein Spaß mehr (und das obwohl wir unter der Woche und außerhalb der Ferien in Are waren). Gut dass es schon um 4 Uhr dunkel wird. Immerhin gab es keine Liftschlangen.

Hat man allerdings das Glück auf einen Schönwettertag zu treffen, so kann man eintauchen in eine Welt aus Schnee und Eis, der ein ganz eigener Zauber innewohnt. Ich wurde damit zumindest etwas entschädigt für den Luftpasspreis.

Fazit:

Es gibt ein paar nette Hütten (z.B. Hummelstugan), aber man muss sich mit den üblichen skandinavischen Bierpreisen anfreunden. Die Leute sind nett und auch ein Flair von Apres kommt an den richtigen Bars auf. Aber für alles andere ist es eine klare Enttäuschung.

 

Corona-Nachtrag

Nach dem Desaster in Ischgl ist es mir ein absolutes Rätsel wieso Schweden die Skigebiete nicht sofort geschlossen hat, wie es z.B. auch Norwegen getan hat. Zusätzlich fahren die Leute auch noch als eine Art Corona-Auszeit zum Skifahren. Das ist in meinen Augen grob fahrlässig und gibt nochmals einen riesigen Minuspunkt.