Skitouren im Stodertal – Teil 1 die Wilde

Eingebettet zwischen dem Toten Gebirge im Westen und dem Nationalpark Kalkalpen im Osten liegt das malerische Stodertal in Oberösterreich an der Grenze zur Steiermark. Seine Attraktivität zieht das Tal aus der Imposanz, mit der die Gipfel des Großen Priel oder der Spitzmauer fast 2000 m über dem Talboden thronen. Es sind beeindruckende Kontouren, die im Winter auch ohne weiteres im Himalaya stehen könnten.

Morgenstimmung mit Spitzmauer (links) und Großem Priel (rechts)

Morgenstimmung mit Spitzmauer (links) und Großem Priel (rechts)

Ein Tal – viele Möglichkeiten

Für mich ist das Tal inzwischen sowas wie eine zweite Heimat geworden, der ich Sommers wie Winters viel Zeit widme. Tolle Wanderungen von einfach bis schwer und kurz bis lang. Selbiges gilt auch für Skitouren. Dazu noch ein paar Klettersteige und ein nettes Skigebiet, das vor allem zum Pisteln einlädt. Lediglich für Mountainbiker ist das Tal nicht interessant und die einzige ausgeschilderte Tour entspricht nicht den Erwartungen. Für etwas mehr Action muss man das Tal Richtung Windischgarsten oder Spital am Pyhrn verlassen.

Blick auf Warscheneck (links) und das Stodertal

Blick auf Warscheneck (links) und hinein ins Stodertal im Spätherbst vom Kleinen Pyhrgas

Die Wilde – ein perfekter Skitourengipfel

Es lässt sich vortrefflich streiten, was alles zu einem perfekten Tourengipfel gehört. Hier die Highlights der Wilden:

  • Einfach zu erreichen mit dem Parkplatz bei der Hackl-Säge
  • 1150 HM mit der Möglichkeit um 200 m über einen höher gelegenen Parkplatz zu verkürzen (bzw. bei schlechter Schneelage höher zu starten)
  • keine Schwierigkeiten im Aufstieg (bei Schneemangel müssen im ersten Waldstück oftmals die Ski getragen werden, danach aber schneesicher)
  • Geringe Lawinengefahr (ich hüte mich davor keine zu schreiben)
  • Das Spitzkehrenübungsgelände im Mittelteil kann auf einem Forstweg umgangen werden, der auch zur Vereinfachung der Abfahrt genutzt werden kann.
  • bei jedem Wetter machbar (nur bei keiner Sicht ist im letzten Stück Routenfindung notwendig)
  • Toller Ausblick ins Stodertal
  • eine unbewohnte Alm nach zwei Dritteln des Weges als Pausenplatzl
  • Breites Abfahrtsgelände, das im oberen Teil zu weitläufig ist, um es zu verspuren
  • Nordseitige Exposition im lichten Wald garantiert Pulverschnee auch Tage nach dem letzten Schneefall

Ein rundum gelungener Skitourengipfel, insbesondere für Neulinge des Sports, der immer gut zwischen die größeren Projekte passt.

Wildalm im Rekordwinter 2018/19

Wildalm im Rekordwinter 2018/19

Route als Kurzbeschreibung

Vom Parkplatz (Link) geht es über die Hänge der beiden ehemalige Hackllifte bis zum Baumschlagerberg. Dort einen weiteren kleinen Übungshang aufsteigen bevor man auf einem Waldweg den Hutberg umrundet. Auf einer Forststraße geht es weiter bis zum Einstieg in ein steiles Waldstück. Hier kann man sich entscheiden, ob man den direkten Weg mit Spitzkehren überwindet oder ob man weiter in Serpentinen der Forststraße bis zur Wildalm folgt. Von dort geht es weiter zuerst durch lichten Wald und dann freiem Gelände bei mäßiger bis geringer Steigung zum Gipfel.

Blick vom Gipfel ins Stodertal

Blick vom Gipfel ins Stodertal. ZuFüßen liegt einem auch das Skigebiet.

Für die Abfahrt reicht es aus, wenn man sich grob an der Aufstiegsrichtung orientiert. Vorbei an der Alm kann man das steilere Waldstück in seiner vollen Breite genießen, da man immer wieder auf einem der Forstwege ausgespuckt wird.

Im steilen aber lichten Wald der Abfahrt

Bei Neuschnee muss man dann ein bisschen anschieben, bevor man im letzte Waldstück die Ski oftmals tragen muss. Die letzten Hänge zum Parkplatz sind wieder zum genießen und runden die Tour perfekt ab.

Freie Abfahrt durch den Pulver voraus