Ein wahrer „Höllenritt“ für Freerider im Zillertal

Vor einiger Zeit haben wir uns im Zillertal die Rennstrecke zum RISE&FALL-Wettbewerb angesehen, an dem wir teilnahmen. Und wenn wir schon mal da sind, dachten wir uns, gleich mal die Trails am Actionberg Penken zu checken. Neben den vielen Touren für Cross-Countryfahrer stach uns natürlich sofort der als schwarz eingestufte Singletrail „Höllenritt“ ins Auge. Um dorthin zu gelangen, sind wir bequem mit der Penkenbahn hoch und über den Himmelfahrt- Trail zum Ausgangspunkt an der Horbergbahn gefahren.
Dort beginnt der „Höllenritt„- Trail gut beschildert an einem Waldweg: Die ersten Meter rollten wir noch cruisend durch den Wald, um dann steil nach links abzutauchen. Hier beginnt der Pfad anspruchsvoll zu werden – nicht umsonst wird er als schwer eingestuft.

 

Steile enge Serpentinen winden sich ins Tal, gespickt mit Wurzeln, die tief ausgefahren sind. Vor allem bei Nässe, wie bei uns, braucht es wahre Könner – wer sich Sam Hill oder Greg Minaar nennt, tut sich leichter. Um einigermaßen zurechtzukommen, empfehle ich mindestens ein Enduro- Bike. Wer nicht zu viel riskieren will, kann an den wenigen Steilstellen auch absteigen, ohne dass die Freude am Trail verloren geht.
Kehre um Kehre geht es abwärts, man muss sich voll konzentrieren, um nicht an den steilen Absätzen vorneüber zu gehen. Bald ahnt man ein Bachtal vor sich und schon steht man an einer Furt:

Im ersten Moment standen wir etwas ratlos vor dem glasklaren, aber auch tiefen Wasser – mit Fahren geht da nichts mehr, wir balancierten wie die Balletttänzer über die Steine. Auf der anderen Seite wieder in den Sattel geschwungen und weiter geht der Ritt. Am Hang im Auf und Ab, abwechslungsreich und teils fordernd durch den Bergwald.


Nach gut der Hälfte des fast vier Kilometer langen Wegs fällt der Pfad in steilen Kehren ab und die Bremsen werden bis aufs Äußerste gefordert. Insgesamt sind 675 Höhenmeter zu vernichten. Gott sei Dank lässt der nächste Abschnitt über Wiesen die Bremsen abkühlen, die sofort anschließend wieder gefordert werden: Nach einem Heustadl macht der Trail seinem Namen nochmal Ehre, flowig zu fahrende Serpentinen im Steilgelände, durchsetzt mit Wurzeln und losem Gestein!

Man kann im wahrsten Sinne des Wortes gar „nicht mehr bremsen“ und kommt mit „glühenden Bremsscheiben“ unten an. Grinsend schauen wir uns an und resümieren, dass der Weg perfekt für Enduro-Fahrer ist: Anspruchsvoll in den Abfahrten und nichts für Untrainierte. Denn nach den Querpassagen im Trail muss man am Ende auch noch über die Straße bzw. dem Zillertal-Radweg zurückkurbeln, was aber bei der Aussicht auf die umliegenden Berge nicht schwerfällt.

 

TIPP: Im Sommer 2015 ist aufgrund des Neubaus der Penkenbahn die Horbergbahn in Betrieb – ideale Voraussetzungen für Wiederholungsfahrten des Singletrails „Höllenritt“.

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