Gardasee Freeride Trails: Dalco – last but not least – sentiero 110 bzw. 102

Schon vor einigen Jahren haben wir uns zwei der drei Trails, den Dalco 111 und 112 vorgeknöpft. Der Anziehung aus den alten Moser Führern konnte ich mich damals einfach schon nicht entziehen. Moser schrieb dazu: „Dalco schwebt einsam über allen MTB-Downhills, ist mit Abstand der schärfste Kamikaze-Trail am gesamten Lago. Nur wer diese Prüfung absolviert hat, kann beim Thema schwere Abfahrten mitreden.

Rechts vor dem See sieht man schon das Schuttfeld der Dalco Trails

Von “Fahren” werden dabei nur einige wenige Traumtänzer sprechen können, die meisten anderen müssen über weite Strecken des Sentiero 111 mit einer Rutschpartie auf allen Vieren rechnen. Sie können die ganze Veranstaltung als Maßstab für das eigene Unvermögen betrachten.

Der 102er vor der Dalco Alm ist noch gut zu fahren und teilweise auch flowig.

Die Güte des Geräts taugt hier nicht als Ausrede, einzig perfektes Fahrkönnen und Gefühl für das Bike in allen Fahrsituationen hilft einigermaßen heil über diesen wahren Teufelsritt ins Valle del Singol.” (Elmar Moser – Bikeguide).

Dem alt eingesessenen Freerider läuft bei diesen Buchstaben das Wasser im Mund zusammen.

Nun wollten wir natürlich auch noch den letzten der drei Trails unter die Räder, oder sollten wir lieber sagen unter die Schuhe nehmen.

Je näher man der Dalco Alm kommt, desto übler wirds…die Steilheit sieht man übrigens auf dem Foto nicht 🙂

Die Auffahrt gelingt am besten über Limone-Vesio-Passo Nota oder über den Tremalzopass und dem Passo Nota.

Der Einstieg des Dalco ist ultra steil und man muss in den Kurven umsetzen, achja, hinter den Bäumchen gehts die Felskante runter…

Man fährt vom Passo Nota bis zu den ersten Tunnels auf der Corna Vecchia, um durch 5min Schieben den Sentiero No. 102 zu erreichen.

Hier fährt nur noch Tom Öhler und Harald Philipp, wenn überhaupt.

Dann gehts los, voller Erwartung wie sehr sich der dritte Trail von den anderen Beiden unterscheidet. Ja er ist anders. Etwas ausgesetzter, zumindest führen die potentiellen Absturzstellen viel weiter nach unten. Es gibt also definitiv einige No-Fall-Zones. Ansonsten gleicht er den anderen beiden Trails: Steilste Geröllstellen, wechseln sich mit Stufen und sogar einer Stahlseilstelle ab. Tendenziell wäre der Trail aber am Besten von den Dreien zu fahren, da extreme Stufen oder Ähnliches fehlen.

Der Dalco ist aber auch immer wieder mal richtig schön zu fahren!

Allerdings ist der Trail teils tief ausgewaschen, sodaß Lenkerkontakt zur Grasnarbe möglich ist und die meisten schweren Stellen befinden sich in No-Fall Zones, sodass man definitiv wissen muss was man da tut. Für uns hieß es 50% Fahren und 50% Schieben. Wer anderes behauptet ist ein absoluter genialer Techniker, oder lügt.

Hier gehts mal wieder kurz aufs Bike. Der Blick ist genial – auf den See und Limone

Es wird aber sicherlich einige Menschen geben, die 95% des Trails fahren können oder schon gefahren sind.

Hier sieht man was die Schwierigkeit beim Dalco ist. Sau steiler Felsentrail, aber nicht nur steil, sondern auch zum Abgrund hin abfallend und dann eben nicht zu vergessen die Absturzgefahr. Hier übrigens schön getarnt durch einige kleine Latschenkiefern.

Ein Erlebnis ist der Trail aber allemal, da man sich nach der Abfahrt beim Blick zurück eigentlich nicht vorstellen kann, wo durch diese Felsen eigentlich genau der Trail gegangen ist. Wer aber nicht 100% trittsicher ist, oder ungern sein Bike trägt, der sollte unbedingt die Bremsfinger von diesem Trail lassen.

Auch unten raus geht es wieder richtig gut.

Zu empfehlen ist der legendäre Dalco (S3-S5) also nur für absolute Cracks oder Leute die das Bike auch gerne mal Tragen. Legendär bleibt er trotzdem.