Tag 6 unseres Alpencross, vom Gavia Pass nach Madonna di Campiglio

in der Nähe des Gavia- Passes
Die nächste Etappe begann auf 2618 Meter Höhe am Gavia Pass. Wir verließen die Bonetta- Hütte, in der es vor Devotionalien der Rennradfahrer, die hier beim Giro d`italia vorbeikamen, nur so wimmelt. Signierte Trikots, Zeitungsschnipsel und Bilder vergangener Stars überall. 
Andächtig traten wir vor die Tür und es fröstelte uns: 5 Grad Aussentemperatur!

 

Eilig starteten wir, steuerten  auf den Wanderweg Nummer 2  zu und folgten ihm, um die öde Teerabfahrt auf der Passstrasse zu umgehen.  Im Augenwinkel registrierten wir während der schnellen Fahrt durch saftige Wiesen, die eingebettet in eine faszinierende Hochgebirgslandschaft sind, die umherstehenden Kühe. Aber die größte Aufmerksamkeit verlangte das Umfahren der zahlreichen Hinterlassenschaften dieser Paarhufer, die versprenkelt am Weg lagen.


Vielleicht war es dieser Umstand oder das totale Blockieren von Bens Hinterrad- die Scheibenbremse stoppte es- dass wir den richtigen Abzweig verpassten.  Aber dazu später!
Ersteinmal mussten wir feststellen, dass die Ersatzbremsbeläge nicht in die Avid Trail X0 passten. Das war kein  Wunder, denn es waren Elixirbeläge.


 Während Ben und die anderen nach einer Lösung suchten, ließ ich meinen Blick in die imposante Umgebung schweifen: Wie auf dem Präsentierteller liegt die einsame Adamello- Gruppe im Süden und deren Gletscher funkelten im Sonnenlicht. Ich fotografierte in alle Richtungen, bis mich jäh ein „Halt mal das Rad“ unterbrach und ich aus den Gedanken gerissen wurde. 

Nach einigem Tüfteln montierten wir Shimano XT- Beläge in die X0 und die Elixir in die Shimano- Bremse. Und Ihr glaubt es kaum- es hat funktioniert. Empfehlen würde ich das zur Nachahmung aber nicht.
Die Zeit schritt voran und so bemerkten wir bei der Weiterfahrt gar nicht, dass der Abzweig auf unserem Weiterweg schon längst hätte kommen müssen. So „schlitterten“ wir in einen ausgesetzten Bergpfad, der einige spannende Stellen für uns parat hielt:
ausgesetzte Stelle am Weg Nummer 2 am Gavia- Pass
Ein ständiges Auf und Ab, über dicke Felsbrocken hinweg, das Bike tragend ausgesetzt am steilen Schrofenhang entlang. Bikebergsteigen in seiner reinsten Form! 
 Allmählich wurde der felsige Pfad  wegsamer und man konnte   ihn mit viel Geschick wieder versuchen zu fahren.  Den ganzen Vormittag hat uns das gekostet und einige skeptische Blicke eingebracht, aber auch anerkennende  „Bravi“- Rufe. 

Bei einem Cappucchino auf der Valmalza- Alm planten wir deshalb flugs unsere Route um und ließen die Montozzo- Scharte aus. Schade darum, denn von dort soll es ja  eine Traumabfahrt  zum Lago Pian Palu geben.

So fuhren wir durch Wälder, die am Hang über Ponte di Legno liegen und kurbelten anschließend in der nachmittäglichen Hitze den Tonale- Pass hoch. Stellt Euch einfach öde aneinandergereihte Betonbettenbunker vor, so verhält es sich in der  Ortschaft Tonale.  
Tonale- Pass
 
Schnell nahmen wir reißaus und fuhren ins Val di Sole ab, um bei Dimaro noch die abschließende Uphill- Prüfung des Tages, über 900 Höhenmeter nach Madonna di Campiglio, in Angriff zu nehmen. Keiner wollte vor dem Anderen schwächeln und so traten alle stramm in die Pedale. Leicht erschöpft aber glücklich kamen wir 2 Stunden später oben an.

 





 
 
 
 
 
 
 

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