Unsere Erfahrungen mit der BOS Deville 160mm

Die Federgabel bockt und man hat es satt das bei jedem Trail immer wieder in Erinnerung gerufen zu bekommen indem man durchgerüttelt wird bis einem gefühlt die Handgelenke abfallen? 
 
Kenne ich nur zu gut. Der Übeltäter bei mir? Fox 36 160 Talas!

Vor etwa 18 Monaten habe ich zu der Gabel schon einen Artikel geschrieben der nicht wahnsinnig gut für die Gabel ausgefallen ist. Schlussendlich hat sie mich dann doch zum Wahnsinn getrieben. Ich habe alle möglichen Einstellmöglichkeiten durchprobiert, wenig Luft, viel Luft, Druckstufe auf- zu, etc. Nichts fruchtete. Die Gabel nutze ihren Federweg nicht und hatte ein Ansprechverhalten wie Kaugummi. Deswegen weg damit!

Was gabs stattdessen? Nun ja, wenn schon denn schon, oder? Also habe ich mir eine BOS Deville 160 zugelegt, ohne Absenkung. Zugegeben, der Vergleich hinkt etwas, da eine nicht absenkbare Gabel durch die geringere Anzahl von Dichtungen auch ein besseres Ansprechverhalten hat als eine Absenkbare (meine alte Fox), allerdings habe ich mich mit einigen Fox-Fahrern ausgetauscht und die vorherrschende Meinung war auch bei den nicht absenkbaren, neueren, Fox Gabeln, dass das Ansprechverhalten und die Funktion im Gegensatz zu Früher nachgelassen haben. Aber das Thema soll ja jetzt die BOS sein, also weiter…
 
 
Daten:
Material: Aluminium, MagnesiumFederweg: 160mm Federung: LuftEinstellbarkeit: Zugstufe, High- und Lowspeed-Druckstufe, LuftdruckDämpfung: offenes ÖlbadStandrohre: 34mmGabelschaft: 1.5“ taperedBremsenaufnahme: Disc, Postmount 6“Achse: 20mm SteckachseLaufradgröße: 26″ 
Das Erste was einem bei dieser Gabel auffällt wenn man sie in die Hand nimmt ist die feine Verarbeitung. Überall findet man Frästeile um unnötiges Gewicht zu sparen und schafft damit eine Optik und Haptik die Seinesgleichen sucht!
Die Gabel ist rasch ins Bike eingebaut und es gilt nur noch das Laufrad in die Gabel einzubauen, was mit der 20er Steckachse und dem einfachen Schraub-und Klemmverschluss leicht möglich ist. Auch wenn die Gabel hier immer wieder Kritik einstecken musste finde ich die Handhabung nicht so schlimm wie beschrieben. Man sollte allerdings die Schraube schon beherzt zudrehen um Spiel im Laufrad zu vermeiden. Der gefräste Hebel ist aber einfach nur geil, aber das nur am Rande   ;).
Also alles fertig und ab auf den Trail. Schon von Anfang an merkt man dass diese Forke einfach die Spitze des erwerbaren darstellt. Ultra feines Ansprechen, gepaart mit einer hohen Schluckfreudigkeit, saugen jeden Trail nur so auf. Es wird tatsächlich jeder Kiesel durch ein quasi nicht vorhandenes Losrechmoment weggesaugt. Und was noch verwunderlicher ist ist die Tatsache dass die Gabel nicht einfach durch den Federweg rauscht, sondern auch große Schläge gelassen wegfedert ohne die minimale Reserve für deftige Einschläge auszunutzen. Des Weiteren fühlt sich die Gabel sehr verwindungssteif an, was durch eine direkte Umsetzung der Lenkimpulse widergegeben wird. Einfach toll. Diese Gabel ist wirklich was für Leute die gerne am Limit fahren, da sie viel Sicherheit vermittelt. Außerdem ist sie sehr gut auf verschiedene Verhältnisse abzustimmen. 
Für meine Hometrails, welche sich mehr durch Wurzeln und kleinere Schläge als durch große Stufen auszeichnen, fahre ich die Gabel mit komplett offener Highspeed- Druckstufe und jeweils drei Klicks Low-Speed Druckstufe (von ganz offen) und Zugstufe (von ganz offen). Dadurch ist die Gabel wunderbar schnell auf den flowig-schnellen Trails und saugt alles auf was in den Weg kommt. Trotzdem sackt sie beim anbremsen nicht komplett weg und schlägt auch nicht durch, wenn man mal einen größeren Drop nimmt. 
 
Ich muss ganz klar sagen, dass man hier eine absolute spitzen Gabel bekommt, die zwar ihren Preis hat, diesen aber auch rechtfertigt. Ich kann diese Gabel, ach was sag ich denn…ich muss diese Gabel absolut empfehlen!
 
Ride hard, ride free!
 
DM

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.